Fundacío Pilari Joan Miró

1981 wird die Stiftung Kunst und Kultur auf Mallorca – Fundacío Pilari Joan Miró – Palma de Mallorca gegründet. Sie besteht zu Anfang aus vier Atelierwerkstätten des surrealistischen Künstlers Joan Miró. In diesen hatte der Künstler ab 1956 bis zu seinem Tod 1983 gearbeitet. Joan Miró gilt als der bedeutendste katalanische Maler, Grafiker und Bildhauer. Seine Wandkeramiken sind in vielen spanischen Städten, auch in Palma, zu finden.

In der Satzung der Fundation wurde verankert, dass nicht nur das Werk und der Schaffensprozess von Joan Miro gezeigt werden sollte, sondern auch die großen Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts. 1986 mussten dafür neue Gebäude errichtet werden. Sotheby´s versteigerte zu Gunsten der Stiftung 39 Gouaches und drei Ölbilder von Joan Miró und ermöglichten so einen Neubau. Rafael Moneo errichtete dieses architektonische Meisterwerk, das 1992 fertig gestellt wurde. In diesem Jahr wurden erstmals unveröffentlichte Arbeiten von Joan Miró einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Neubau von Rafael Moneo beinhaltet Kunst und Kultur auf Mallorca – Fundacío Pilari Joan Miró – Palma de Mallorca. Die Architektur der Fundation ist damit genauso als Kunstwerk zu verstehen wie die Sammlung selbst. Er befindet sich etwas niedriger gelegen als das Atelier des Malers. Den etwas abschüssigen Weg dahin säumen Mandelbäumchen. Das sternenartige Gebäude fügt sich aber alles andere als homogen in die Landschaft. Vergleichbar ist sein Charakter mit einer Zitadelle, die ihren wertvollen Inhalt nach außen durch eine Festung verteidigt. Teilweise Alabaster-verkleidet, teilweise in Sichtbeton ist das Bauwerk ganz nach Miró Vorstellung und Geschmack entstanden. Das Innere nähert sich Mirós Arbeiten an: Freiheit ist das zentrale Thema. Der Raum ist schwer zu fassen, genauso fern jeder Kategorie wie Mirós Werk.

Mirós Werk umfasst im Wesentlichen drei Medien: 1) Malerei, 2) Zeichnungen, Grafiken und Lithographien und 3) Keramiken und Skulpturen. Der Kunstfundus der Stiftung besteht aus verschiedenen Sammlungen. Einen Schwerpunkt bilden die Werke aus dem Atelier des Künstlers. Insgesamt handelt es sich dabei um 5000 Werke. Der überwiegende Teil dieser Werke sind Ölbilder und Collagen aus den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Ergänzt wird die Sammlung durch außerordentlich viele Vorab-Skizzen für Wandbilder, Skulpturen und andere monumentale Werke. Aber auch Geschenke, die Miró von Künstlerfreunden erhielt sind Bestandteil der Sammlung. Unter ihnen sind Werke von Alexander Calder, Marc Chagall, Le Corbusier, Tapíes und anderen. Ergänzt wird die Sammlung der Fundation von Büchern, die Miró illustriert hat. Besonders für Recherchezwecke geeignet ist das Bild- und Dokumentenarchiv, das neben persönlichen Fotos auch Korrespondenz mit anderen Künstlern und Auftraggebern verzeichnet.