Sóller

Mallorca ist bei Touristen vorallem bekannt als Partyort. Der Ballermann ist ein sehr beliebtes Reiseziel. Doch Mallorca hat viel mehr zu bieten. Neben viel Natur gibt es zahlreiche interessante Städte. Vorgestellt sei nun ein Ort auf Mallorca – Sóller.

Sóller liegt im Nordwesten Mallorcas in der Serra de Tramuntana. Die Stadt ist relativ klein mit 14.148 Einwohnern, davon 1960 aus dem Ausland und erstreckt sich auf 43 km². Sie liegt im Tal auf 56 Metern Höhe. Fornalutx ist die nächste direkt angrenzende Stadt. Wer sich zum nächsten Flughafen begeben will, muss nach Palma de Mallorca, der 24 Kilometer entfernt liegt.

Sóller besteht aus mehreren Ortsteilen. Alconàsser, L`Horta, Biniaraix, Sóller und Port de Sóller. Der Ortskern liegt 3 Kilometer von der Küste entfernt, aber Port de Sóller bietet einen Zugang zum Meer.

Sóller ist schon seit mindestens 7000 Jahren besiedelt. Funde der Knochen von Jagdbeute in der Höhle San Matja deuten darauf hin. Soller heißt „Tal des Goldes“. Es ist nicht ganz klar, woher der Name kommt. Es heißt die Mauren bezeichneten das Olivenöl aus den Olivenhainen, die es dort eins gab, als Gold. Andere sagen, der Name stammt vom arabischen Wort für Muschel. Bedingt durch die Lage am Meer und auf dem Land von hohen Bergen umgeben, erinnert es an eine Muschelschale.
Eine dichtere Besiedlung erfolgte Ende des 18. Jahrhunderts, als Bauern, Winzer, Händler und Tuchmacher aus Frankreich nach Soller flohen und die Früchte nach Frankreich verschifften, wo sie in Südfruchtgeschäften verkauft wurden. Die Stadt wurde reich. Dies hatte 1860 ein jähes Ende, als sich ein Schädling verbreitete und die Bäume und Früchte zerstörte. Eine Krise nahte und viele Bauern wanderten nach Frankreich oder Lateinamerika aus.
Auch heute noch können Sie das gut an den Hausfassaden sehen, die sich sehr unterscheiden. Die Bewohner die blieben pflegten einen Stil mit Fassen aus Marès, kunstvolle Portale und Fensterstöcke und sehr elegante Toreinfahrten. Dahingegen waren die Bauwerke der Heimkehrer aus der Karibik vom Kolonialstil geprägt, sowie Neobarock und Klassizismus. Dies können Sie auf der Hauptstraße Gran Via bewundern. Diejenigen, die aus dem europäischen Ausland wiedergekehrt sind, wurden Vertreter des katalanischen Modernisme. So wurden Stadthäuser von katalanischen Architekten geplant und sich an Barcalona orientiert. Der Baustil spiegelt sich in der Pfarrkirche Sant Bartomeu oder der Villa Ca’n Prunera wider.

Eine weitere Folge der Krise ist das Camp d’en Prohom. Dies ist der einzige botanische Garten der Insel. Dort befinden sich 1700 autochthone Samen von Pflanzen in schockgefrorenem Zustand. Des Weiteren werden Orangen, Zitrusfrüchte, Oliven und andere Obst- und Gemüsearten angebaut, was einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor darstellt.
1912 verbesserte die Eisenbahn „Roter Blitz“ die Infrastruktur der Stadt. Davor war der Hafen sehr wichtig. Dieser fiel allerdings 1561 einem Piratenangriff zum Opfer. Daraufhin bauten die Bewohner ein Bollwerk und erinnern jedes Jahr am 2. Maiwochenende mit dem Spiel Moros i Christians daran. Seit 1995 wurde zudem eine Tunnelverbindung gebaut.

Die Stadt hat einiges für Touristen zu bieten. So sollten Sie sich die Pfarrkirche Sant Bartomeu im Stadtzentrum nicht entgehen lassen. Sehr sehenswert ist außerdem die modernistische Fassade der Banco de Sóller und das Kriegerdenkmal auf der Plaça d’Espanya. Wer mehr über die Kultur und Geschichte der Bewohner erfahren möchte, kann das ethnologische Museum Casal de Cultura besuchen, wo sich neben Einrichtungsgegenständen, Instrumenten, Kleidung, ein Picassogemälde auch wechselnde Ausstellungen befinden. Selbst im Bahnhof lassen sich Werke von Picasso und Joan Miró bewundern. Sehr interessant ist zudem das naturwissenschaftliche Museum und das Kunst-Museum Museu Ca’n Prunera. Wenn Sie sich für die Kultur der Stadt interessieren sollten Sie die Fiesta de Moros y Cristianos im Mai nicht verpassen, sowie das internationale Folklore-Festival Sa Mostra im Juli. Die Noche de Fuego zur Fiesta de Sant Bartomeu Ende August ist ebenso ein spektuläres Ereignis.

Wer also genug vom Ballermann hat und einmal einen anderen Ort auf Mallorca – Soller besuchen möchte, wird von der Stadt sicher nicht enttäuscht werden.