Die Gärten von Alfabia auf Mallorca

Auf dem Weg von Palma nach Soller wird es nach einigen Kilometern kurvenreicher, die Straße beginnt erst langsam dann steiler einen Aufstieg in die Sierra de Alfabia. Dabei passiert der Urlauber, kurz vor der Tunneleinfahrt, einen Abzweig. Er führt über eine schattige, breite Allee zu einem Schloss, hinter dem sich die Gärten von Alfabia befinden.

Mallorca Sehenswürdigkeiten – Die Gärten von Alfàbia
Diese Gärten sind das am besten erhaltene Zeugnis über die hervorragende Gartenbaukunst der Mauren auf Mallorca. Es ist nicht nur das Beste, es ist leider auch das Einzige. Der maurische Eigentümer der immerhin 800 Jahre alten Anlage paktierte bei der Eroberung durch den Aragoneser König Jaume I. mit diesem und wurde zum Dank nicht enteignet. Er war damit eine große Ausnahme, dem Schicksal der Enteignung entging außer Ben Habet, dem Eigentümer der Gärten von Alfabia, kein anderer arabischer Grundbesitzer.

Bis heute wird auf arabischer Seite darüber gestritten, ob Ben Habet ein Verräter oder ein Opportunist war. Die Antwort ist eigentlich bedeutungslos, Ben Habet durfte behalten, was er besaß, das Schloss und die Gärten. Wir dürfen uns heute darüber freuen. Es ist ein Genuss, durch die von hohen Pappeln umsäumten Zaubergärten zu spazieren oder die üppigen Blumen zu bewundern, die in den Laubengärten gedeihen.

Irgendetwas blüht hier immer. Umspielt wird das alles mit Springbrunnen, Fontänen und plätschernden Kaskaden. Dabei findet man immer wieder auch ein kühles und schattiges Plätzchen. Viele Bänke stehen an Teichen, in denen Seerosen und Goldfische schwimmen. An einem dieser Teiche tanzte die Frau von Ben Habet und spiegelte sich in der Wasseroberfläche, sofern die Legende die Wahrheit sagt.

Ben Habet beschloss, sich mit den Eroberern gut zu stellen und Allah zu danken, dass es ihm weiterhin so gut gehen möge. Inzwischen gehört das Schloss nicht mehr zum Besitz des Arabers. Anfang des 17. Jahrhunderts auf den alten Grundmauern wieder aufgebaut, ist es, mitsamt Gärten und allem anderen, seit über 200 Jahren im Besitz der Familie Zaforteza, welche im 19. Jahrhundert das Hauptportal in Palma besorgten und herbeischaffen ließ.

Neben dem Portal befinden sich die „Colcadors“, Steinbänke, die genutzt wurden, um aufs Pferd steigen zu können. Die riesige Platane und der Springbrunnen im Inneren des Schlosses zeugt von einer mallorquinischen Tradition, der „Possessions“, wie die größeren Güter früher genannt wurden.