Festungsruine Castell d’Alaró

Die Baleareninsel Mallorca wartet mit einer großen Zahl an interessanten historischen Sehenswürdigkeiten auf. Eine der bedeutendsten Mallorca Sehenswürdigkeiten – Festungsruine Castell d’Alaró – befindet sich unterhalb des Berggipfels Puig d’Alaró in der Nähe der Stadt Alaró im nördlichen Teil Mallorcas.

Die Geschichte des Castell d’Alaró
Der Ursprung der auf 817 m gelegenen Burgruine kann bis in die Bronzezeit zurückverfolgt werden. Um die umliegenden Täler zu sichern, entschlossen sich danach die Römer den Berg zu befestigen. Aufzeichnungen über ein militärisches Gebäude am Puig d’Alaró gab es bereits seit der Besetzung Mallorcas von den Sarazenen im Jahr 902. Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits eine Festung, mithilfe derer die Bevölkerung mehr als acht Jahre Widerstand gegen die Eroberung leisten konnte. Nachdem die maurische Herrschaft über Mallorca im Jahr 1229 von König Jakob I. beendet wurde, überließen ihm die fliehenden Muslime zwei Jahre später die Burg. Kurz nach der Invasion übertrug der König den Templern die Aufsicht über das Castell. Im Jahr 1285 wurde das Castell erneut Schauplatz eines Angriffs. Alfons II. konnte zwar Palma rasch erobern, das Castell d’Alaró fiel jedoch erst bei der endgültigen Zerschlagung des mallorquinischen Königreichs im Jahr 1349 in seine Hände. Im Laufe des 14. und 15. Jahrhundert wurde das Castell schließlich schrittweise aufgegeben, militärisch besetzt war die Burg jedoch bis ins 18. Jahrhundert. Danach wurde die Burg, auf der bereits 1622 eine Kapelle errichtet wurde, nur mehr für religiöse Zwecke genutzt.

Der Burgkomplex bestand ursprünglich aus einer wo Festungsmauer mit fünf Türmen. Heute sind jedoch nur mehr Reste der Festungsmauer, der südliche Hauptturm und das Eingangstor erhalten. Das Oratorium Nostra Senyora del Refugi oberhalb der Ruine wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Hier befinden sich heute auch ein Gasthaus sowie fünf Zisternen, die wahrscheinlich arabischer Herkunft sind.

Das Castell d’Alaró und seine Legenden
Zu den bedeutendsten Legenden um die Burg gehört die Geschichte von Cabrit und Bassa, zwei große historische Persönlichkeiten der Balearen. Cabrit und Bassa waren zur Zeit des Feldzuges von König Alfons III. die Kommandanten der Festung und verweigerten eine Übergabe des Castells an die aragonischen Truppen. Sie ließen dem König stattdessen ein Wortspiel ausrichten, das ihn so verärgerte, dass er die beiden nach der Eroberung der Burg gefangen nehmen, aufspießen und bei lebendigem Leibe rösten lies. Eine Rippe jedes Märtyrers befindet sich auch heute noch auf der Burg – in der Kapelle Nostra Senyora del Refugi.

Darüber hinaus ist das Castell d’Alaró am Sonntag nach Ostern (dem sogenannten Sonntag des Engels) und am 8. September zum Wallfahrtsort.