Museo Histórico Militar San Carlos

Schon den römischen Herren der Insel Mallorca war die Bedeutung des Hafens Porto Pi sehr bewusst. Über diesen Hafen wickelten die römischen Fernhändler ihre Geschäfte ab, führten Wein, Cerealien und Bodenschätze aus und brachten Luxusgüter, Ausrüstung und vor allem römische Soldaten zum Schutz des Hafen Porto Pi auf die Insel. Dieser Schutz war sehr notwendig denn die Plage der Balearen waren die Piraten die zu diesen Zeiten das gesamte Mittelmeer unsicher machten und sogar die Militärmacht Roms herausfordern konnten. Aus diesem Grund errichteten die Römer einen ersten, ständig besetzten Wachturm auf einer Landzunge, der Passeig Maritim. Aus dieser Anlage entstand im 14. Jahrhundert der trutzige Torre de Senyals de Portopí der noch heute zu besichtigen ist. Dieser alte Hafenteil, etwas abseits des großen Fährhafens in dem auch die Kreuzfahrtschiffe anlegen, liegt in einer kleinen, von einer Landzunge geschützten Bucht.

Der Torre ist aber nur ein kleiner Teil der Festungsanlagen die im 17. Jahrhundert errichtet wurden um den Hafen und die Stadt Palma zu verteidigen. In wechselnden Allianzen mit Frankreich und Österreich, denen es immer darum ging die Seemacht England in ihre Schranken weisen, entstanden dann so mächtige Bollwerke wie das Castello Porto Pi. Den Auftrag zum Bau der Anlage erteilte der damalige Spanische König Phillip der Dritte. Getauft wurde es dann später zu Ehren des Vizekönigs in Castello San Carlos. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage ständig erweitert und aufgestockt und entwickelte sich zu einer uneinnehmbaren Hafenverteidigung. Das ist vielleicht auch der Grund warum dort heute ein besonderes Museum, nämlich das Miltärmuseum San Carlos, darin untergebracht ist.

Die Mallorca Sehenswürdigkeiten – Museo Histórico Militar San Carlos – zeigt nicht nur die mustergültige Anlage einer Hafenverteidigung, sondern bewahrt auch Zeugnisse der wechselhaften Militärgeschichte der Balearen für die Nachwelt auf. Angefangen von glattgezogenen, schwerkalibrigen Kanonen über gezogene, weitreichende Fernartillerie – mit der in Feuer erhitzte Kugeln auf die Holzschiffe der Angreifer gefeuert werden konnten um sie damit in Brand zu setzen – bis hin zu 21 cm Mörsern die ohne direkte Sicht auf das Ziel feuern konnten. Besondere Kanonenkugeln, die mit Ketten verbunden waren, sollten Masten und Segel zerschießen und den Gegner damit bewegungsunfähig machen. All das und auch Zeugnisse aus der Zeit in der das Castello als Militärgefängnis diente, sind zu besichtigen. Neben den eindrucksvollen Zeugnissen der Kriegsgeschichte erwartet den Besucher ein eindrucksvoller Ausblick auf die Stadt und den Hafen und natürlich auf das Meer. Geöffnet ist Museo Histórico Militar San Carlos vormittags und der Eintritt ist frei.